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Fort- und Weiterbildung in der Diözese Eichstätt

Grundsätze der pastoralen Fort- und Weiterbildung für Haupt- und Ehren-amtliche in der Diözese Eichstätt

Durch die Schulung von Priestern, Diakonen, Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen im und für den pastoralen Dienst leistet die Fort- und Weiterbildung einen Beitrag zur Qualitätssicherung der Pastoral in der Diözese Eichstätt. Sie hat den Auftrag, die menschliche Reifung, theologische Bildung und pastorale Befähigung, die in vorausgegangenen Bildungsphasen und durch die berufliche sowie ehrenamtliche Praxis erworben wurden, in einer geistlichen Atmosphäre zu fördern und weiter zu entfalten, um den seelsorgerlichen Auftrag der Kirche wirksam erfüllen zu können.

Allen in der Seelsorge Tätigen soll ein Angebot unterbreitet werden in Bezug auf eine persönliche Lebens- und Glaubensbegleitung im Sinne einer Glaubenspädagogik und Glaubensinitiation.

1. Ziele
Für die Erstellung des Fort- und Weiterbildungskonzeptes gilt die Leitfrage:
Woraufhin und wofür bilden wir in der Diözese Eichstätt Haupt- und Ehrenamtliche weiter?

Bei der Beantwortung dieser Frage gibt es für die Personengruppe der Hauptberuflichen und der Personengruppe der Ehrenamtlichen Unterschiede, aber auch Einheitsmomente.

1.1 Wegbegleitung
Priester und hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen mehr und mehr lernen, die Gläubigen zu befähigen, ihre Charismen im weltlichen und kirchlichen Dienst zu entdecken, zu entwickeln und auszuüben. 

In dem Wort der Bischöfe „Gemeinsam Kirche sein“ von 2015 wird in einem eigenen Kapitel auf die Bedeutung der Charismenentfaltung hingewiesen. Dort wird betont, dass hierbei ein Umdenken in Bezug auf das Ehrenamt notwendig ist. Es geht auf Zukunft hin weniger um eine Bedarfsorientierung, sondern vielmehr um eine Ressourcenorientierung (S.19). 

Dabei ist die Ernstnahme und stetige Bewusstwerdung der eigenen Taufe und Firmung das wesentliche Moment für jegliches Engagement im Sinne einer Sendung in Kirche und Welt. Denn: „Für die Charismen ist wesentlich, dass sie der Kirche geschenkt sind. Kein Mensch hat sie verdient oder könnte sie als Lohn erwerben oder dürfte sich ihrer rühmen. Ihre Entfaltung ist die freie und zugleich notwendige Weise, wie die Getauften und Gefirmten auf ihre Begegnung mit dem Evangelium und der Gnade Christi reagieren. Damit stellen die Charismen dar, dass und wie die einzelnen Getauften und Gefirmten in einer echten und vitalen Beziehung zu Gott leben und zugleich in vielfältigen Beziehungen zu ihren Nächsten.“ (ebd., S.21)

Die Ehrenamtlichen sind ihrerseits Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter für andere Menschen. Die Ermutigung und Ermächtigung, die sie selbst durch Hauptberufliche in der Pastoral erfahren, geben sie an andere weiter. (AA 6)

Für dieses erste Ziel einer Fort- und Weiterbildung im Sinne von Wegbegleitung bedarf es einer Bildung der eigenen Persönlichkeit. Was wir verkünden vom Evangelium muss übereinstimmen mit dem wie wir leben und auf andere wirken. Nicht quantitative Erfolge werden die Kirchensituation auf Zukunft entscheidend verändern, sondern die personalen Qualitäten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

1.2 Kompetenzerweiterung
Zweites Ziel der Fort- und Weiterbildung für alle pastoralen Dienste ist eine Kompetenzerweiterung sowohl im persönlichen Bereich wie auch für das pastorale „Handwerk“. 
Für unterschiedliche Zielgruppen (u.a. unterschiedliche fachliche Qualifikation und Aufgabenbereiche) braucht es ein differenziertes Angebot. 

Zu klären wird sein, in welcher Weise und an welcher Stelle erworbene Kompetenzen in der Pastoral eingebracht werden können. Neue Anforderungen und Rahmenbedingungen verlangen auch nach einer Neuorientierung im Miteinander von Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen siehe „Gemeinsam Kirche sein, S. 48).

2. Inhaltliche Grundsätze

2.1Bildung schützt die Würde der Person.

Dieser Grundsatz ist Fundament und Kern kirchlicher Fort- und Weiterbildung.

Daraus lassen sich folgende Schlüsse ziehen:

  • Bildung ist mehr als Information. Aus diesem Grund sind nicht nur inhaltlich-fachliche Kompetenzen zu stärken, sondern auch soziale und personale Kompetenzen. Es gilt, ein Bewusstsein für die Würde der Person und der Relevanz der Beziehungen untereinander zu entwickeln und reifen zu lassen.
  • Bildung, auf der Folie des christlichen Glaubens, nimmt die Einzigartigkeit jedes Menschen in den Blick. Sowohl in psychologischer als auch pädagogisch-theologischer Weise geht es wesentlich darum, Menschen Werte anzubieten, die die Kostbarkeit menschlichen Lebens begründen und bewahren.
  • Bildung geschieht nie in einem abgeschlossenen Raum. Jegliche Fort- und Weiterbildung erfordert ein lebendiges und lebenslanges Lernen. Jeder Dienst, der mit Menschen zu tun hat, muss die Bildung der eigenen Person aktualisieren und reflektieren. Dies gilt auch und vor allem für alle pastoralen Dienste.
    Kirche ist keine Größe außerhalb der Welt, sondern in der Welt zum Dienst an Gott und den Menschen berufen. Aktuelle gesellschaftliche Veränderungen und Entwicklungen müssen in den Fort- und Weiterbildungsangeboten ihren Widerhall finden.
  • Bildung fördert Partizipation. Fachliche sowie personale Kompetenzen kommen eher zur Entfaltung im gegenseitigen Miteinander und Füreinander.

2.2 Bildung ermöglicht, unterstützt und fördert communio

Die Persönlichkeit der hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bilden, ist das Fundament jeglicher Pastoral. Dafür bedarf es einer ständigen, ganzheitlichen, gemeinschaftlichen und missionarischen Formung.

Persönlichkeitsschulung dient jedoch nicht nur der Stärkung der Einzelnen, sondern ebenso der gesamten kirchlichen Gemeinschaft (communio) untereinander. Eine solche Communio-Bildung ist ein zentrales Ziel der Fort- und Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen. Denn Kirche ist als communio ein geistlicher Ort von Gemeinschaften in den Gemeinden und in den verantwortlichen Teams der Pastoral.
Kirchliche Gemeinschaft als communio geht nicht von einem Gemeinschaftsbegriff des Idealen im Sinne einer „Wohlfühlgruppe“ aus. Unterschiedlichkeiten und damit einher gehende Konflikte und Krisen gehören zur communio dazu. Miteinander auf dem Weg zu bleiben gerade angesichts gegensätzlicher Ansichten und Standpunkte eröffnet erst den Sinn von kirchlicher Gemeinschaft. Denn die gegenseitige Offenbarung des eigenen Andersseins ermöglicht einen Zugang zu dem ganz ANDEREN.

3. Inhaltliche Schwerpunkte in Auswahl

  • Individuation und Kommunikation
    - Klärung von Lebenswissen in Bezug auf das eigene Selbstbild-Weltbild-Gottesbild,
    - Entdeckung persönlicher Reifungs-Ressourcen und Grenzerweiterungen,
    - Entwicklung der persönlichen Leitungskompetenz
  • Wissensvermittlung
    - Menschenbild, Theorie und Sinn des christlichen Menschenbildes
    - Ausgewählte Aspekte der Psychologie, der Philosophie, der theologischen Anthropologie
  • Wege der Umsetzung
    - Selbstklärung und Selbstleitung
    - Entwicklung von Haltungs- und Handlungskompetenzen, die dem christlichen Glauben entsprechen
    - Kommunikationstraining: Regeln der Gesprächsführung, Krisen-Diagnose und Konfliktlösungsstrategien
    - Erhebung von Situationsanalysen und Zielperspektiven
    - Supervisionen und methodengemäße Protokollarbeit

4. Unterschiedliche Dimensionen der Fort- und Weiterbildungsarbeit

Grundlegend für die folgenden Punkt ist ihre Grundlegung im christlichen Menschenbild.

4.1 Menschliche Dimension (Persönlichkeitsschulung)
(z. B. Psychologische Grundkenntnisse, Kommunikationsstandards, Kommunikationsschulung, Konflikttraining)

4.2 Geistliche Dimension
(z. B. Stundengebet, Lectio divina, Einübung und Pflege der Sprachfähigkeit bezüglich des eigenen Glaubens)

4.3 Intellektuelle Dimension
(z. B. Aktualisierung von theologischen und philosophischen Kenntnissen, Kirche als communio in Schrift und Tradition)

4.4 Pastorale Dimension
(z. B. Gemeindesituationen, Gemeindebilder, Gemeindemodelle, Mitarbeiterbindung, Teamarbeit)

Diese vier Dimensionen werden in allen Fort- und Weiterbildungsangeboten miteinander kombiniert und verschränkt. 

 

Pastoralblatt, Amtsblatt des Bistums Eichstätt
165 Jg. 2018, S.356-369
Heft Nr. 9 vom 6. Juni 2018
Fort- und Weiterbildung der Diözese Eichstätt
Am 1. Juni 2018 in Kraft getreten, unterschrieben am 8. Mai 2018 von Bischof Gregor Maria Hanke OSB

Die nächsten Termine

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Dienstag, 14. Januar 09.00 Uhr
Achtsamkeitstraining
Ort: Tagungshaus Schloss Hirschberg
Dienstag, 14. Januar - Donnerstag, 16. Januar
Freitag, 17. Januar - Samstag, 18. Januar
Ein Ruhetag im Schloss
Ort: Tagungshaus Schloss Hirschberg
Mittwoch, 22. Januar 09.00 Uhr
Theologie aufs Ganze
Ort: Tagungshaus Schloss Hirschberg
Donnerstag, 23. Januar 09.00 Uhr
Achtsamkeitstraining
Ort: Tagungshaus Schloss Hirschberg
Mittwoch, 05. Februar 09.00 Uhr
"Offenbarung"
Ort: Tagungshaus Schloss Hirschberg
Montag, 10. Februar 09.00 Uhr
Montag, 10. Februar - Freitag, 14. Februar
Weiterbildung in der tf TZI/IR
Ort: Haus Werdenfels

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Antrag auf Fortbildungsmaßnahme

Für pastorale Mitarbeiter/innen steht das Formular im Intranet als download unter Dienstgeber/Formulare zur Verfügung.